Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Veranstaltungen zum Gedenktag am 27. Januar 2019 in Koblenz

Lesen Sie nachfolgend die Pressemitteilung unseres Fördervereins zu den Veranstaltungen am 27. Januar 2019 in Koblenz:


Presseerklärung des Fördervereins Mahnmal Koblenz

zum Gedenktag für die NS-Opfer am 27. Januar 2019


Es ist eine gute und wichtige Tradition, dass der Förderverein Mahnmal Koblenz mit Kooperationspartnern am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an die verfolgten, geschundenen und ermordeten Menschen in Koblenz und Umgebung erinnert. Der Tag wird seit 1996 offiziell in der Bundesrepublik, in Koblenz seit 1998 und weltweit seit 2005 begangen.

Seit vielen Jahren erinnert der Deutsche Bundestag in einer Feierstunde an die Befreiung des KZ Auschwitz an diesem Tag und damit an die Menschheitsverbrechen Hitler-Deutschlands. Wie andere Landtage auch hält der Landtag von Rheinland-Pfalz aus diesem Anlass eine Sondersitzung ab – und zwar immer am 27. Januar eines jeden Jahres. In diesem Jahr ist es der kommende Sonntag. Vor einem Jahr, am 27. Januar 2018, fand die Sondersitzung des Landtages im Neuen Justizzentrum Koblenz statt. 2019 veranstaltet der Landtag die zentrale Gedenksitzung des Landes wieder in Mainz, im Interims-Plenarsaal des Landtages in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz mit Abgeordneten, Regierungsmitgliedern und geladenen Gästen.

In der Sondersitzung sprechen Landtagspräsident Henrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht dieses Jahr der Novemberpogrom 1938, die sog. Reichspogromnacht, und seine Folgen für die Menschen. Dazu spricht die Zeitzeugin Frieda Shulamit Schwarz. Sie ist Tochter des damaligen Mainzer Kaufmanns Markus Laub, der im Zuge der „Reichspogromnacht“ in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt wurde. Später kamen er, seine Ehefrau und ein Sohn im Holocaust um. Die Tochter Frieda überlebte durch einen Kindertransport und lebt heute in Israel.

Das Thema „Reichspogromnacht“ des Landtages greift der Förderverein Mahnmal Koblenz mit seinen Veranstaltungen in Koblenz auf. Im Mittelpunkt stehen hier elf jüdische Familien, Nachbarn unserer Eltern und Großeltern, die bei dem Novemberpogrom drangsaliert, erniedrigt, misshandelt und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Diejenigen von ihnen, nicht rechtzeitig fliehen konnten oder wollten, kamen im Holocaust um.

Die Veranstaltungen beginnen am 27. Januar 2019 um 16.30 Uhr mit einer Statio am Mahnmal. Oberbürgermeister David Langner erinnert an die Schicksale dieser Koblenzer jüdischen Glaubens, während Schülerinnen und Schüler der Hans Zulliger-Schule und der Diesterweg-Schule deren Biografien mit einer Rose am Mahnmal anbringen.

In der anschließenden Gedenkstunde in der Citykirche begrüßt Oberbürgermeister David Langner. Die Ansprache hält der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Joachim Hennig. Danach lesen Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums aus Briefen der jüdischen Familie Hermann. Die Gedenkstunde endet mit dem christlich-jüdischen Gebet. Umrahmt wird die die Stunde musikalisch von Herrn Höss (Orgel) und Frau Czupka (Flöte).

Veranstalter: Förderverein Mahnmal Koblenz, Christlich-jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit, Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva, Kulturamt der Stadt Koblenz.

 


Ein Jahr Schängel-Serie "Erinnerung an NS-Opfer"
 
Inzwischen erscheint die Reihe "Erinnerung an NS-Opfer" seit einem Jahr und feiert damit ein kleines Jubiläum. Am 3. Januar 2018 hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig erstmals im "Schängel" über die damals anstehenden Veranstaltungen zum 27. Januar 2018 berichtet. Es folgten weitere, Veranstaltungen vorbereitende Artikel und dann Berichte über diese selbst. Als diese gut einschlugen und der "Schängel" Hennig einlud, mit diesem Thema fortzufahren, entstand die Reihe "Erinnerung an NS-Opfer". Bis heute sind - bis auf wenige Ausnahmen - in jedem "Schängel" diese Artikel erschienen. Darin wurde über die Gedenkveranstaltungen in Koblenz berichtet, außerdem wurden Biografien von Familien und Einzelpersonen dargestellt und auch versucht, bei dem aktuellen Geschehen im Land ein Zeichen gegen Hass, Gewalt, Rassismus und Antisemitismus zu setzen. Einen wesentlichen Teil der Berichterstattung nahm auch die Benennung von Koblenzer Straßen ein. Kritisiert wurden dabei verschiedene sehr problemtische Benennungen und plädiert wurde für die bisher völlig unterbliebenen Benennungen nach Koblenzer NS-Widerstandskämpfern und NS-Opfern. Alle diese Artikel sind zeitnah und vollständig auf dieser Homepage unseres Fördervereins unter "Informationen" dokumentiert und können von interessierten jederzeit abgerufen werden.
 
In der neuen Ausgabe des "Schängel" hält Hennig nun eine Rückschau auf diese Reihe und stellt kurz das soeben erschienene, vom Landeshauptarchiv Koblenz herausgegebene "Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 2018" vor. Das Jahrbuch enthält mit seinen 577 Seiten zahlreiche Beiträge aus mehreren Jahrhunderten gerade auch zur Geschichte von Koblenz und Umgebung. In einem dieser Beiträge stellt unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig in einem 73-seitigen Aufsatz Leben und Wirken des durch eine Straßenbenennung geehrten Koblenzer Heimatforschers Dr. Hans Bellinghausen dar unter dem Titel "Dr. Hans Bellinghausen (1887-1958) - Heimatforscher und NS-Propagandist". Das Jahrbuch 2018 ist zu beziehen beim Landeshauptarchiv Koblenz. Es kostet 40.-- € und hat die Nummer: ISSN 0170-2025.
 
Lesen Sie HIER den Artikel im "Schängel" Nr. 2 vom 9. Januar 2019.


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