Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Menschen - Nachbarn - Schicksale (3): Pfarrer Paul Schneider und Jugend im Nationalsozialismus.

 
Am 7. Mai 2019 fand die nächste, die 3. Eröffnung in der Ausstellungsreihe "Menschen - Nachbarn - Schicksale statt, diesmal in der Hoffnungskirche und dem Katharina-von-Bora-Haus auf der Pfaffendorfer Höhe in Koblenz, Diese Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf in Kooperation mit unserem Förderverein hatte einen doppelten Schwerpunkt. Der erste war die Jugend im Nationalsozialismus. Dazu präsentierte unser Verein in der Ausstellung zehn Biografien von Kindern und Jugendlichen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Zwei Porträts von Protestanten ergänzten die Ausstellung: das eine zeigte die Tochter des evangelischen Pfarrers von Winningen, Elisabeth Müller, und das andere Pfarrer Paul Schneider.
 
Das Lebensbild von Paul Schneider, dem "Prediger von Buchenwald" - so sein Ehrentitel -, hatte an diesem Ort eine besondere Bedeutung. Denn nach ihm ist auf der Pfaffendorfer Höhe eine Straße benannt. Das nahm die diese Veranstaltung begleitende Diakonin Petra Seidel zum Anlass, vor der Eröffnung der Ausstellung an der Paul-Schneider-Straße/Ecke von-Galen-Straße mit einer kleinen Station inne zu halten. Dieses Gedenken erhielt sein besonderes Gepräge dadurch, dass die beiden in Deutschland lebenden Kinder von Paul Schneider, Eva-Maria Forster und Karl Adolf Schneider, mit dabei waren und aus dem Leben ihres Vaters berichteten. Anschließend wurde dieses eindrucksvolle Erinnern in der Hoffnungskirche fortgesetzt mit einem Zeitzeugengespräch der beiden Geschwister und zwei jungen Leuten aus der Gemeinde, Emma Seidel und Philipp Kern. Dabei sagte Karl Adolf Schneider zu, zur Verlegung des Stolpersteins für seinen Vater am 26. Juni 2019 wieder nach Koblenz zu kommen. Die sehr zahlreichen Besucher waren begeistert und freuten sich schon jetzt auf dieses Wiedersehen und auf diese Verlegung, mit der überhaupt zum ersten Mal mit einem Stolperstein an Pfarrer Paul Schneider, den "Prediger von Buchenwald", erinnert wird.
 
Am Ende der Veranstaltung führte unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig noch kurz in das Thema "Jugend im Nationalsozialismus" ein. Schließlich eröffnete Diakonin Petra Seidel die Ausstellung, die im benachbarten Katharina-von-Bora-Haus noch bis zum 21. Mai 2019 zu sehen war.
 
Lesen Sie HIER den Artikel unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig dazu im "Schängel" Nr 20 vom 15. Mai 2019.

Abschließend noch eine kurze Bilderstrecke mit Fotos von Ralf Schulze

Erinnerung an die Jugend im Nationalsozialismus.
 
Nach der erfolgreichen Fortsetzung der Veranstaltungsreihe "Menschen - Nachbarn - Schicksale. NS-Opfer im rechtsrheinischen Koblenz - verfemt, verfolgt - vergessen?" wird die Reihe weitergeführt mit dem Schwerpunktthema "Jugend im Nationalsozialismus". Die Ausstellung, die die evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf in Kooperation mit unserem Förderverein präsdentiert, zeigt Biografien von Kindern und Jugendlichen, die unter dem Nationalsozialismus verfolgt wurden und/oder Widerstand leisteten. Dabei gerieten die Kinder, Jugendlichen und Jugendführer ebenso wie die Erwachsenen ins Fadenkreuz der Nazis und erlitten Verfolgung, wenn sie nicht dem Leitbild Hitlers und seiner "Bewegung" entsprachen. Dieses hatte Hitler selbst so umschrieben: "Wir Alten sind verbraucht. (...) Aber meine herrliche Jugend! Gibt es eine schönere auf der ganzen Welt? Sehen Sie sich diese jungen Männer und Knaben an! Welch Material. Daraus kann ich eine neue Welt formen. Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. (...) Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich." Anhand von Biografien aus Koblenz und Umgebung zeigt die Ausstellung, was alles die Nazis mit ihren ungeheuren Verbrechen "weghämmerten". Außerdem erinnert die Ausstellung an Pfarrer Paul Schneider, den "Prediger von Buchenwald". Ihm zu Ehren beginnt die Veranstaltung am 7. Mai 2019 mit einer Station an der nach ihm benannten Straße auf der Pfaffendorfer Höhe.
 
 
Lesen Sie HIER den Artikel unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig im "Schängel" Nr. 18 vom 30. April 2919.
 


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