Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Erinnerung an NS-Opfer im rechtsrheinischen Koblenz.
 
Von März bis Juni 2019 bietet die Evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf, Emser Straße 22,  in Kooperation mit unserem Förderverein eine Veranstaltungsreihe über NS-Opfer aus dem rechtsrheinischen Koblenz. Unter dem Titel "Menschen - Nachbarn - Schicksale. NS-Opfer im rechtsrheinischen Koblenz - verfemt - verfolgt - vergessen?" werden in vier rechtsrheinischen Kirchen bzw. kirchlichen Einrichtungen Ausstellungen mit Biografien von rechtsrheinischen Opfern präsentiert. Jede Ausstellung hat einen eigenen Schwerpunkt, zuerst "Verfolgung der Koblenzer Sinti", dann "Der Koblenzer Armeeoberpfarrer und Widerständler Friedrich Erxleben", weiter "Jugend im Nationalsozialismus" und schließlich "Zwangssterilisationen und NS-Euthanasie und ihre Opfer rechts des Rheins" Jeweils gibt es eine umfängliche Eröffnungsveranstaltung bzw. ein Beigrogramm dazu. Ergänzt werden die einzelnen Veranstaltungen durch den Besuch der dort verlegten Stolpersteine bzw. einer nach einem NS-Opfer benannten Straße. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Montag, dem 11. März 2019, um 19.30 Uhr in der evanglischen Kirche in Pfaffendorf mit einer Ausstellung mit dem Schwerpunkt "Verfolgte Koblenzer Sinti" und einen einführenden Vortrag unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig. Dieser wird durch Sinti-Musik von Taylor Paucken und Jermaine Reinhardt, beides Enkel von Daweli Reinhardt, bereichert.
 
Lesen Sie HIER den Flyer zu der gesamten Veranstaltungsreihe.
 
Lesen Sie HIER auch den Beitrag von Joachim Hennig im "Schängel", Ausgabe Nr. 9 vom 27. Februar 2019 seiner "Schängel"-Serie über die Erinnerung an NS-Opfer, in dem er die Veranstaltungsreihe vorstellt.

Das Denkmal der Grauen Busse und NS-Opfer aus Koblenz.
 
In der Zeit von Ende Mai 2018 bis zum 26. Januar 2019 war das Denkmal der Grauen Busse auf dem Schlossplatz in Hadamar (bei Limburg/Lahn) aufgestellt. Das Denkmal erinnert an die NS-"Euthanasie"-Morde und an die dem Rassenwahn zum Opfer gefallenen Menschen. Es besteht aus zwei Hälften eines Busses aus Beton, durch die ein schmaler Gang geht. Dort ist das Zitat "Wohin bringt Ihr uns?" eingeschrieben. Das ist die überlieferte Frage eines verschleppten Patienten. Seit dem jahr 2007 gibt es das Denkmal und es ist in Bewegung. Es wechselt seinen Standort und kommt zu den Stätten der NS-Krankenmorde.
 
So war es 2018 auch in Hadamar, einer historischen Fürstenstadt bei Limburg an der Lahn. In dieser Idylle war auf dem Mönchsberg oberhalb des Ortes in der Landesheilanstalt vom 13. Januar 1941 bis zur Befreiung Ende März 1945 eine Tötungsanstalt eingerichtet. Dort wurden im Rahmen der sog. T4-Aktion mehr als 10.000 Menschen mit Giftgas ermordet. Nach dem sog. Euthanasie-Stopp Ende August 1941 setzte man ein Jahr später in der sog. dezentralen Phase das Morden mit Überdosen von Medikamenten, Hungerkost und unterlassener medizinischer Versorgung fort. Diesen Morden fielen noch einmal ca. 5000 Patienten zum Opfer.
 
Der Abbau des Denkmals in Hadamar am 26. Januar 2019 war Anlass für eine Spurensuche von Angehörigen eines dieser Opfer. Horst Gass aus Spay am Rhein und sein Bruder aus Rhens waren zusammen mit einem Fernsehteam von rlp.tv und unserem stellvertretenden Vorsirtzenden Joachim Hennig zum ersten Mal in Hadamar, an dem Ort, an dem ihr Onkel Alois Gass vor 78 Jahren ermordet wurde.
 
 
Sehen Sie folgend Bilder vom Abbau des Denkmals.


 

 


Bildrechte/Veröffentlichungsrechte: Förderverein Mahnmal Koblenz
 
Lesen Sie HIER den Artikel im Koblenzer LokalAnzeiger  "Schängel", Ausgabe Nr. 8 vom 20. Februar 2019. 

 
Sehen Sie HIER auch einen Nachrichtenbeitrag von RLP.TV  Start ab ca. 2.35 Min

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