Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Förderverein Mahnmal Koblenz auch auf französisch online

Der Förderverein Mahnmal Koblenz hat die große Freude mitzuteilen, dass seine Homepage jetzt teilweise auch in französischer Sprache verfügbar ist. Ab sofort gibt es die virtuelle Ausstellung über den Bad Kreuznacher Gewerkschafter, Kommunisten und Widerstandskämpfer Hugo Salzmann (1903 – 1979) auch in einer französischen Version.

Vor drei Jahren hat der Förderverein die sehr umfangreiche Ausstellung über das Leben und Wirken von Hugo Salzmann ins Netz gestellt. Wegen des guten Zuspruchs zu dieser Subdomain seiner Homepage hat er dann beschlossen, eine französische Version der Ausstellung erarbeiten zu lassen. Hintergrund dafür war, dass Salzmann mit seiner Familie unmittelbar nach der Machtübernahme der Nazis 1933 fliehen musste und in Paris unterkam. Dort lebte die kleine Familie Salzmann, bis Hugo Salzmann zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im südfranzösischen Konzentrationslager Le Vernet inhaftiert und seine zunächst untergetauchte Frau Julianna und an die Gestapo ausgeliefert wurden, wohingegen ihr Sohn zu Verwandten nach Österreich gebracht werden konnte. Nacheinander verschleppte die Gestapo Julianna und Hugo Salzmann nach Koblenz. Von dort aus brachte man Julianna Salzmann ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, wo sie umkam. Hugo Salzmann machte man wegen Hochverrats den Prozess vor dem Volksgerichtshof und verurteilte ihn zu einer hohen Zuchthausstrafe. Nach der Befreiung kehrte er nach Bad Kreuznach zurück und war dort politisch, gewerkschaftlich und künstlerisch viele Jahre aktiv.

Dieser deutsch-französische Lebens- und Leidensweg wird als Teil der Zeitgeschichte der beiden Länder anhand sehr umfangreicher Dokumente, Fotografien und Filme über seine künstlerischen Arbeiten dem Besucher nun auch in französischer Sprache dargestellt. Wesentlichen Anteil an diesem in Deutschland wohl einmaligen Projekt hat Frau Marie-Odile Rônez. Ihr ist es mit Akribie und Sachverstand hervorragend gelungen, diese Geschichte dem französischsprachigen Besucher eindringlich nahe zu bringen. Der Dank gilt auch der Firma ELTOVI in Polch, der es wiederum gelungen ist, diese virtuelle Ausstellung technisch und optisch sehr ansprechend in Bild und Ton zu präsentieren.
Der Förderverein Mahnmal Koblenz konnte dieses sehr ambitionierte Projekt realisieren dank der Förderung durch die Sparkasse Rhein Nahe und die Stiftung Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach.

Mit dieser französischen Version wird die Homepage des Fördervereins Mahnmal Koblenz eine noch größere und weitere Verbreitung finden. Der Verein erwartet zum Jahresende 2016 den 1.000.000. Besucher seiner Homepage.

Auch  in "Blick aktuell", Ausgabe 34 - Ausgabe Koblenz - vom 25. August  lesen       HIER

 

Zur Erinnerung an den 20. Juli 1944.
 
Der Attentats- und Umsturzversuch am 20. Juli 1944 ist unvergessen. An die 72. Wiederkehr dieses letzten Versuchs, sich von Hitler und seinen Nationalsozialisten selbst zu befreien, erinnert der SWR am Mittwoch, dem 20. Juli 2016, in seiner Fernsehsendung  "Landesschau aktuell" um 19.30 Uhr - und möglicherweise auch schon in der Sendung um 18.00 Uhr. Dies geschieht mit Biografien von Menschen aus dem heutigen Rheinland-Pfalz. Gedacht wird vor allem an den am Umsturzversuch unmittelbar beteiligten Philipp Freiherrn von Boeselager und der Eheleute Sepp und Käthe Mohr. ( Siehe auch:  http://mahnmal-koblenz.de/index.php/2013-12-12-02-07-02/die-personentafeln   dann Personentafeln 107 und 108 ) Der bis noch vor wenigen Jahren in Altenahr-Kreuzberg lebende von Boeselager war damals mit seinem Kavallerieregiment vom Osten schon auf dem Weg nach Berlin und musste dann umkehren. Die Eheleute Mohr aus Neuwied-Irlich kamen in das Fadenkreuz der Gestapo nach dem 20. Juli  Kreuzberg, weil bei ihnen die Ehefrau des Gewerkschafters und Widerständlers Jakob Kaiser wohnte. Als "Sippenhäftlinge" wurden sie mit der Tochter der Eheleute Kaiser durch das ganze damalige Deutsche Reich verschleppt und dann im Mai 1945 im Hochpustertal in Südtirol mit 139 NS-Opfern aus 21 Nationen befreit.  In dem Bericht des SWR wird das Mahnmal unseres Fördervereins sowie ein kurzes Interview mit unserem stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig gezeigt.

 

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