Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

111. Stolperstein für einen "starken Kerl"

Am 8. Dezember 2017 gab es wieder eine Stolperstein-Aktion in Koblenz. Es war eine kleine, aber doch besondere Stolperstein-Verlegung in der Südlichen Vorstadt, zu der sich in der Schenkendorfstraße 33 eine Gruppe Interessierter traf. Mit der 11. Aktion dieser Art wurde der 111. Stolperstein verlegt - diesmal nicht von Gunter Demnig, sondern von zwei Mitarbeitern des städtischen Tiefbauamtes. Der Stein ist Wilhelm Hübinger gewidmet, einem Bergmann aus Koblenz, der sich der Arbeitshetze der Nazis widersetzte und deshalb als „Arbeitsbummelant“ verfolgt wurde und im Konzentrationslager Buchenwald zu Tode kam. Für die Stadt begrüßte Frau Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz. Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig berichtete über das, was er zum Leben und Tod Wilhelm Hübingers in Erfahrung bringen konnte.

Einen Pressebericht vom Koblenzer Schängel HIER lesen

Einen Pressebericht von Blick aktuell HIER lesen 

 

Unserer stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig schreibt über den Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick.

Zum Jahresende erschien das zweibändige Werk „Das Eiserne Buch der Stadt Bad Kreuznach 1917-2017. 100 Jahre Zeitgeschichte.“ Diese Publikation reproduziert in Band 1 das Eiserne Buch von Bad Kreuznach – eine Art „Goldenes Buch“ der Stadt, das aber – da es 1917 mitten im Ersten Weltkrieg mit dem Großen Hauptquartier in Bad Kreuznach begonnen wurde – nicht „golden“ sondern eben „eisern“ genannt und ausgestattet wurde. Der 2. Band enthält Beiträge verschiedener Autoren über die Personen und Anlässe, von denen oder über die es Eintragungen im „Eisernen Buch“ gibt. In den Beiträgen hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig eine Biografie über den von der nahe stammenden NS-Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick geschrieben. Frick wurde Ehrenbürger von Bad Kreuznach und hat sich in das „Eiserne Buch“ eingetragen. Nach der Befreiung vom Faschismus wurde er im Hauptkriegsverbrecherprozess der Alliierten in Nürnberg angeklagt und zum Tode verurteilt und dann auch hingerichtet.

Lesen Sie HIER den Aufsatz von Joachim Hennig:

Joachim Hennig: Hitlers Innenminister: Dr. Wilhelm Frick (1877-1946),
in: Franziska Blum-Gabelmann/Jörn Köbes (Hg.): Das Eiserne Buch der Stadt Bad Kreuznach 1917-2017. 100 Jahre Zeitgeschichte, Band 2: Beiträge, 2017, S. 217-278.

 

Eine Biografie über den Reichsarbeitsminister und NS-Staatssekretär Dr. Friedrich Syrup.

Unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig veröffentlichte zum Jahresende wiederum im Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte einen weiteren Aufsatz. Unter dem Titel „‘Es gibt sicher Wichtigeres und Dringlicheres“ – Dr. Friedrich Syrup, die Stadt Koblenz und die Erinnerungskultur“ schrieb er eine Biografie über Syrup, den Organisator des „Reichseinsatzes“ der Zwangsarbeiter, führenden Mitarbeiter im Vierjahresplan und Mitverfasser des „Hungerplans“, nach dem im „Vernichtungskrieg“ gegen die Sowjetunion 30 Millionen Sowjetbürger verhungern sollten. Zugleich zeigt Hennig die teilweise sehr problematische Erinnerungskultur der Stadt Koblenz auf, die bis heute nicht willens und in der Lage die nach dem NS-Täter Syrup benannte Straße umzubenennen.

Lesen Sie HIER den Aufsatz von Joachim Hennig:

Joachim Hennig: „Es gibt sicher Wichtigeres und Dringlicheres.“ – Dr. Friedrich Syrup, die Stadt Koblenz und die Erinnerungskultur,
in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 43. Jg. (2017), S. 559-670.

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