Foto: Holger Weinandt (Koblenz, Germany) 12.07.2011  Lizenz cc-by-sa-3.0-de

Tabubruch in Thüringen
 
In den letzten Tagen überstürzen sich die sehr schlechten Nachrichten für uns Demokraten. An allen Ecken und Enden sind die braunen geistigen und tatsächlichen Brandstifter am Werk und ihre Steigbügelhalter helfen ihnen dabei. Jetzt hat sich in Thüringen ein gänzlich unbekannter FDP-Landtagsabgeordneter, dessen FDP es mal gerade mit 70 Stimmen mehr in den Landtag geschafft hatte, zum Ministerpräsdidenten von Gnaden der AfD wählen lassen. Ein völlig sinnloser, übereitler Coup, der den Wählerwillen total verfälscht und vor allem Brandmauer nach rechts in Thüringen zum (vorübergehenden) Einsturz gebracht hat. Zum Glück für die Demokratie und uns Demokraten hat ein Sturm der Entrüstung, haben massenhafte Demonstrationen, eine riesige Medienschelte und auch die Wahl in Hamburg diesem Tabubruch Einhalt geboten. Die Demokraten besinnen sich eines besseren, raufen sich zusammen und isolieren die rechtsextremen Brandstifter. Fürs erste - und hoffentlich für immer - ist verhindert, dass die AfD die Politik in Deutschland - wo auch immer - maßgeblich mitgestaltet. 
 
Wohin eine solche Mitgestaltung der Landespolitik durch Rechtsextreme führt bzw. führen kann, hat unser stellvertretender Vorsitzender Joachim Hennig in seiner Artikelserie im "Schängel" über die "Erinnerung an NS-Opfer" zu "Thüringen im Winter" beschrieben.
 

Der Holocaust-Gedenktag 2020 in Koblenz

Entsprechend dem Anlass des Gedenkens standen in Koblenz die jüdischen NS-Opfer aus Koblenz und Umgebung im Mittelpunkt, die „nach dem Osten“ deportiert und dort in den Ghettos und Vernichtungslagern Sobibor, Treblinka und Auschwitz-Birkenau ermordet wurden.

Lesen Sie HIER das Programm zu den beiden Veranstaltungen unseres Fördervereins am 27. Januar 2020.

Nach einer musikalischen Einstimmung von Pfarrer Christof Funke und nach Texten von Schülerinnen und Schülern der Hans Zulliger-Schule brachten die Jugendlichen die Biografien von 12 ehemaligen jüdischen Nachbarn an die Gitterstäbe des Mahnmals zusammen mit einer weißen Rose an. Dazu verlas Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz, die diesmal Oberbürgermeister Langner vertrat, die Namen der Opfer und beschrieb ihren Lebensweg und ihr Schicksal.

Etwas Besonderes an der Statio war eine Beleuchtungsaktion des Mahnmals durch den Koblenzer Lichtdesigner Garry Krätz. Diese Aktion war Teil des bundesweiten Beleuchtungs-Flashmobs, des von der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz initiierten Projektes #LichterGegenDunkelheit. Sie startete am 27. Januar 2020 mit fast 100 Gedenk- und Bildungsstätten die sich mit Fotos und Videos an der Aktion beteiligten. Diese können kontinuierlich unter dem Hashtag #LichterGegenDunkelheit auf Twitter und Instagram geteilt werden. Bis zum 8. Mai 2020, dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren, sind unter

https://www.lichter-gegen-dunkelheit.de

Bilder und Videos des Beleuchtungs-Flashmobs, Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktionen der Gedenk- und Bildungsstätten zum Thema abrufbar. Dort können auch im unteren Bereich der Seite mit einem Klick auf der Deutschland-Karte (alternativ im linken Seitenbereich in einem Auswahlfeld) die Informationen zum Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz betrachtet werden.

Im Anschluss an die sehr eindrucksvolle und sehr gut besuchte Statio am Mahnmal fand die Gedenkstunde in der übervollen Citykirche statt. Kulturdezernentin Dr. Theis-Scholz und Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal Koblenz Dr. Jürgen Schumacher hoben in ihren Ansprachen die Bedeutung des Erinnerns an die Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten und des Gedenkens an die Millionen ihrer Opfer hervor: vor allem die sechs Millionen Menschen jüdischer Herkunft, aber auch die Millionen anderer Menschen, Gegner der Nazis und anderer, die nicht in deren tödliche Utopie und verbrecherisches Weltbild passten. Dieses Anliegen griffen die Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums unter ihrem Lehrer Hubert Huffer auf ihre Weise auf.

Lesen Sie HIER den Bericht unseres stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig „Der Holocaust-Gedenktag in Koblenz“ im „Schängel“ Nr. 6 vom 5. Februar 2020.

Lesen Sie HIER den Bericht von Blick aktuell vom 6. Februar 2020

 

Sehen Sie abschließend noch Bilder von der Beleuchtungsaktion am Koblenzer Mahnmal.

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